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Kopf schlägt Kapital – Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein

Das ist der positive, bejahende und mutmachende Titel des Buches von Gründungsprofessor Faltin aus Berlin. Ich selbst konnte den engagierten Business-Coach mal life erleben, und so wurde ich neugierig auf sein Buch. Ich habe hier wesentliche Kernaussagen des Buches für Sie festgehalten:

1. Viele Gründer überladen sich in Details.

Es gilt aber, lieber mehr Zeit auf das Konzept und seine Weiterentwicklung zu verwenden und die Verwaltung lieber darauf spezialisierten Dienstleistern zu überlassen. Es gibt Importgesellschaften, die sich mit dem Zoll herumschlagen. Abrechnungsgesellschaften, die sich um die Fakturierung und die Eintreibung auch von Mahnungen befassen. Auslieferungen, die Bücher versenden. Persönliche Anmerkung: Verantwortung für diese Dinge abzugeben ist schwer, aber selbst ich als Ökonom habe keine Lust auf Buchhaltung, Rechtskram etc. Selbst wenn ich es gelernt habe – meine Zeit ist viel besser in anderen Aktivitäten investiert. Mein Tagessatz viel höher – also beschränke ich mich auf mein “Kerngeschäft” und gebe weniger wissensintensive Aufgaben ab. Z.B. als Autor würde ich nie wieder selbst ein Cover designen, lektorieren, die Bücher selber versenden. Das hat mir unendlich viel Zeit geklaut, in der Zeit hätte ich meine Bücher auch vermarkten oder bereits am nächsten arbeiten können. Und das ist etwas, das man nicht abgeben kann!

2. Machen Sie Produkte billiger und besser.

Faltin argumentiert, dass man keine ach so tolle und kreative Idee haben muss, es reicht, bestehende Produkte und dahinterliegende Prozesse vollkommen neu – und einfacher – zu denken. Er hatte mit seiner “Teekampagne” deswegen Erfolg, weil er den Tee in riesigen Mengen in den besten Lagen Indiens einkauft ohne Zwischenhändler nach Deutschland importiert und direkt nach Online-Bestellung versendet. Mehrere Kostenfaktoren sind so eliminiert, der Gründer hat ein geringeres finanzielles Risiko, reduziert die Komplexität und kann die Kostenvorteile dem Kunden weiter geben.

An dieser Stelle eine kleine Kritik: Faltin hatte mit seinem Business-Modell sehr viel Erfolg, und investiert als Business-Angel in Konzepte nach gleichem Muster, die er zitiert. Der Leser sei gewarnt: Das ist nich die einzige Möglichkeit! Es gibt viele andere Grundlogiken von Geschäftsmodellen, die hier nicht besprochen werden. Schade, das Buch wird dadurch etwas einseitig. Und: Faltin argumentiert etwas in Stammtischlogik, das Investitionen in den Markenaufbau letztendlich der Kunde zahlen müsse und das Produkt unnötig verteuert werden würde. Das mag auf viele Einzelgründungen und Start-ups zutreffen, dennoch bietet ein systematischer Markenaufbau Vorteile sowohl für die Firma als auch für den Kunden. Doch das ist eine andere Geschichte, nachzulesen in jedem Marketinglehrbuch.

7 Wege über eine Business-Idee nachzudenken

Kommen wir zurück auf die Stärken des Buches, die liegen u.a. in der Aufzählung von 7 Wegen, sein Geschäftsmodell anzupassen – ich habe mal eigene Beispiele ergänzt, um Doppelungen zum Buch gering zu halten:

1. Potenzial in Vorhandenem entdecken: Wie können Sie aus Bestehendem eine Verwendung finden? Wir werfen Schweinschnauzen weg, in anderen Ländern sind Sie Delikatesse. Na, klingelts?

2. Funktion statt Konvention: Reduzieren Sie das Produkt auf´s Wesentliche. Vereinfachen Sie den Prozess und die Bedienung. Vielleicht kennen Sie das Tivoli-Radio – Es hat genau nur zwei Knöpfe: einen Lautstärkler und ein Rad zum Sender einstellen. Und einen erstaunlichen Klang. Was für Kinder? Denken Sie – das Ding ist ein absoluter Kult-und Verkaufsschlager!

3. Vorhandenes neu kombinieren. Nichts Neues, gehört aber zweifellos in diese Aufzählung. Denken Sie an Gastronomien, in denen Shows stattfinden, Büros die als Austellungsflächen zweitgenutzt werden und alle Vernetzungen über Produktkategorien hinaus.

4. Mehr als eine Funktion erfüllen. Einfach das Gegenstück zur zweiten Regel – aber sinnvolle Reintegration kann auch das Leben erleichtern: Seitdem ich mein iPhone habe, spare ich einiges Geschleppe: Foto, Navi, MP3-Player, Taschenrechner, Wecker, Internet – und nur ein Ladekabel. Danke Steve!

5. Probleme als Chance verstehen. Sie nervt etwas? Können Sie einfach keine Schuhe für Ihre kleinen Füße finden? Oder sind die T-Shirts in Ihrem Laden einschläfernd? Vielleicht denken andere Leute genauso und die Geschäftsidee ist gebohren…

6. Arbeit in Spass verwandeln. Warum nicht, deswegen bin ich Autor geworden. Ein Kollege verdient mit seinen Fotos bald mehr als in seinem Job, Jochen Schweizer hat aus Spass Arbeit gemacht und eine Veranstaltungsunternehmen gegründet. Herr Faltin, wenn Sie das hier lesen: Ich weiß, Ihr Tipp ist anders gemeint, aber mein Leser soll ja in Ihrem Buch noch überrascht werden… :)

7. Visionen Wirklichkeit werden lassen. Mir fällt da kein besseres Beispiel ein als Richard Branson, der uns mit “Virgin Galactic” schon sehr bald ins All befördern möchte – als Touris! Also kaufen Sie sich schon einen neuen Fotoapperat…

Fazit & Kaufempfehlung

Ich habe dieses Buch verschlungen! Es ist wirklich nützlich auch um über sein schon bestehendes Geschäft nachzudenken. Es gibt viele hilfreiche Anregungen, nennt gute Beispiele und ist vor allem auch sehr gut und kurzweilig geschrieben. Mein Glückwunsch an den Autor. Und was meine oben genannten Anmerkungen betrifft: Sie sollten ohnehin nicht nur ein Buch in Ihrem Gründungsprozess zur Rate ziehen. Dieses Sachbuch aber, gehört auf jeden Fall zur Grundausstattung!

Hier können Sie das Buch von Prof. Faltin direkt bestellen








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